| Pfingsten 2008: CCN Rouen zu Gast |
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Ein Bericht von Anja Hofmeister zum Freundschaftstreffen 2008. Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Hannover und Rouen kamen vom 08. bis 12. Mai 2008 vierzehn Franzosen vom Canoe Club Normand aus Rouen nach Hannover. Dieses Mal waren u.a. auch ein paar neue Gesichter und ganz wichtig – der Nachwuchs (fünf Kinder) - dabei. Untergebracht waren sie in Gastfamilien aus dem Paddel-Klub Hannover und dem Hannoverschen Kanu Club von 1921. Die Partnerschaft zwischen dem Canoe Club aus Rouen und den hannoverschen Kanuvereinen besteht nun schon seit 37 Jahren. Von der „deutschen Seite“ nahmen teil: Siegfried und Edith Standke, Uschi und Richard Bohne, Johannes Stroscher und Marianna Toma, Doris, Fritz und Marco Seemann, Denis Cantin sowie Andreas Pingel und Anja Hofmeister. Natürlich nicht unwichtig: Das supertolle Wetter mit viel Sonne und warmen Temperaturen hielt auch über Pfingsten an und so konnte unser ausgearbeites Programm wie geplant stattfinden. Erst einmal hieß es: Geduld! Der französische „Truck“ (Kleinbus) stand auf der A2 im Stau. Aber am Donnerstag, 08.05.08 gegen 17.00 Uhr war es dann geschafft. Wir trafen uns alle kurz zur Begrüßung am PKH und die Franzosen wurden in ihre Gastfamilien „aufgeteilt“. Andreas und ich hatten die Familie Lecoq mit ihren 12 und 14 Jahren alten Töchtern zu Gast. Abends wollten diese uns partout zum Essen (dabei war unser 3-Gänge Menü schon vorbereitet) einladen, aber bitte typisch deutsch. Also haben wir kurz umdisponiert und im Gasthaus Borgentrick Sauerfleisch mit Bratkartoffeln gegessen. Es hat allen wunderbar geschmeckt, auch wenn der eine oder andere vorher nicht wusste, was er so genau bekommen sollte. Dazu gab es natürlich ein ordentliches „Gilde“ und danach einen Heideschnaps. Die Verständigung zwischen uns und unseren Gästen klappte dennoch ganz gut: hier ein wenig Französisch, da ein bisschen Englisch und natürlich auch etwas Deutsch (man war ja schließlich in Deutschland).
Andreas Pingel bedankte sich ebenfalls im Namen der Gruppe für den Empfang, welches in den letzten Jahren nicht selbstverständlich war und hob die langjährigen Freundschaften untereinander hervor. Danach gab es jeweils für die Franzosen und für uns eine Rathaus-Führung, bei der wir uns den Hodler-Saal ansehen durften und Wissenswertes zur Geschichte Hannovers anhand der vier Modelle im Eingangsbereich erfuhren. Zum Abschluss des Besuchs im Rathaus fuhren wir mit dem neuen Schrägaufzug mit Glasboden (kann auf Wunsch auch geschlossen werden!) nach oben und hatten bei dem tollen Wetter eine wunderschöne Aussicht in alle Himmelsrichtungen auf „die Stadt im Grünen“. Nachmittags zeigte jede Familie ihren Gästen dann Hannover auf eigene Faust, mit Pausen bei Eis, Kaffee und Kuchen oder typisch deutschen Gerichten in der Altstadt. Der Abend wurde dann jeweils in den Gastfamilien verbracht.
Zurück „über Tage“ gab es auf der Felsterrasse über den Steinbruch eine schöne Aussicht und natürlich Kaffee und Kuchen bzw. Bockwurst mit Kartoffelsalat (ist nämlich typisch deutsch).
Mit ZEHNTAUSEND (hatte ich das schon erwähnt?) anderen Leuten ging's dann kuschelig mit Bus, Bahn bzw. Auto nach Hause, um sich für den nächsten Tag fit zu machen. Sonntag traf man sich am PKH, um eine kleine Tour auf der Leine und dem Maschsee zu paddeln. Mit dem Mannschaftscanadier „Rasselbande“ ging es flussabwärts. Für die Steuerfrau Doris bleibt die Fahrt länger in Erinnerung. War es doch nicht so einfach, Anfänger, Kinder, Frauen und Männer deutsch bzw. französisch sprechend auf den richtigen Kurs zu bringen. Auf dem Maschsee richtete der HKC sein Drachenbootrennen aus und es war beeindruckend, die schnellen Boote mit ihren Steuerleuten, Trommlern und „Sklaven“ vom Wasser aus zu beobachten. Nach der Rückkehr am Bootshaus gab es Kaffee und Kuchen auf der Wiese. Die Zurückgebliebenen hatten inzwischen Bänke, Zelte und das Kuchenbuffet aufgebaut. Hier kamen auch Freunde, die in der Vergangenheit an den Treffen teilgenommen hatten, und es konnten untereinander viele Erinnerungen ausgetauscht werden.
Ebenfalls eine Nadel mit dem Döhrener Turm und eine Urkunde für die langjährigen Verdienste für die deutsch-französische Freundschaft erhielten die Familien Edith und Siegfried Standke, Annette und Michel Leblanc, Elisabeth und Helmut Lemcke sowie der Präsident des CCN, Bruno Courchay. Als Dolmetscher war dabei Alex Lecoq hilfreich, der unsere Reden jeweils in die andere Sprache übersetzen konnte. Danke Alex! Anschließend wurde gegrillt (typisch deutsche Sachen) und jeder ließ es sich gut gehen. Unseren Franzosen gefiel es dann auch so gut in Hannover, dass sie am nächsten Tag unbedingt das 5 Tage alte Elefantenbaby im Zoo sehen wollten. Obwohl sie es nicht zu Gesicht bekamen, hatte sich der Besuch trotzdem gelohnt, denn wir waren gleich um 9.00 Uhr noch vor allen anderen Besuchern da und konnten in Ruhe Erdmännchen & Co. bewundern und die Bootsfahrt auf dem Sambesi mitmachen. Zur Fertigstellung der Yukon-Bay 2010 ist ein Besuch wieder fest eingeplant. Am frühen Nachmittag hieß es dann Abschied nehmen, der „Truck“ fuhr von Döhren wieder die 800 km nach Rouen zurück. Doch das nicht ohne kleinen Zwischenstopp: Nachdem unsere Gäste weg waren, entdecken wir kurze Zeit später, dass sie u.a. eine Handtasche mit Haus- und Autoschlüssel bei uns vergessen hatten. So kam es, dass der Truck kurz vor Barsinghausen leider wieder nach Hannover zurück musste. Aber gegen 00.30 Uhr am Dienstag waren sie dann alle wieder gut in Rouen angekommen. Fazit: Es hat allen - Deutschen und Franzosen- wieder sehr viel Spass gemacht. Das Wetter leistete natürlich auch seinen Beitrag. Und der ein oder andere konnte mal wieder sein Französisch im Alltag anwenden. Verstanden haben wir uns immer, egal in welcher (Zeichen-) Sprache. 2009 wird dann der Gegenbesuch in Rouen erfolgen, der genaue Termin steht noch nicht fest. Vielleicht hat der eine oder andere jetzt Lust bekommen, dorthin mitzufahren? Aber man sollte vorbereitet sein, das Programm der Franzosen hat erfahrungsgemäß weniger Pausen (Pause = Zeit, wo man nichts macht) als unseres! Mais c’est égal: Spaß macht es auf jeden Fall. |





Am nächsten Tag stand für einige zunächst der Besuch einer bilingualen Schulklasse (deutsch/französisch) in der Suthwiesen-Schule auf dem Programm. Der Besuch einer Schulstunde, organisiert von Uschi Bohne (=Konrektorin der Schule), war für die Teilnehmenden sehr interressant. Um 12.00 Uhr empfing uns dann im Rathaus unser Oberbürgermeister Stephan Weil höchstpersönlich mit ein paar herzlichen Worten und übergab einen Wimpel der Stadt Hannover an Bruno Couchay, den 1. Vorsitzenden des CCN Rouen. Bruno bedankte sich bei dem Oberbürgermeister und überbrachte die Grüße der Bürgermeisterin von Rouen.
Am Samstag ging’s zur Schillat-Höhle in der Nähe von Hessisch-Oldendorf, die wir im Rahmen einer (deutschen und französischen) Führung entdecken konnten. Mit einem verglasten Fahrstuhl fuhren wir vorbei an Jahrmillionen Erdgeschichte in die geheimnisvolle Unterwelt. Nach 45 Meter Fahrt befanden wir uns in der faszinierenden Höhlenwelt eines zu Stein gewordenen Märchenwaldes. Stalaktiten (das sind die, die von oben herunter hängen, kann man sich auch gut merken, wenn man sich den Teil des Wortes nach Stalak- näher anschaut…) und Kalksteinmakkaroni wurden bewundert. Weiter ging's vorbei an Reproduktionen frühester Felsmalerei zu zahlreichen Mineralien und Fossilien, die in der Höhle in Vitrinen ausgestellt sind. Der Höhepunkt bildete die abschließende 3-D-Diaschau über einzigartige Impressionen der Höhle. Stalagmiten und Stalagtiten, untermalt mit Musik, waren zum Greifen nahe!
Zurück in Hannover hieß es Sachen auf den Bollerwagen packen für das anstehende Picknick im Großen Garten Herrenhausen im Rahmen des Feuerwerkwettbewerbes. Wir trafen uns dann alle wieder auf der Rasenfläche im Ehrenhof, um mit ZEHNTAUSENDEN anderen Menschen (nein, voll war es ja gar nicht!) durch den Garten zu flanieren bzw. zu picknicken. Aber unser Platz war gut (dank der Ersten, die ihn freigehalten hatten), konnten wir doch auch hier das Feuerwerk des Vorjahressiegers Portugal einwandfrei erleben. Und das war richtig sehenswert und klasse! Vielleicht haben wir ja den Sieger 2008 gesehen, wer weiss.
Um 17.00 Uhr schaute dann unsere Bezirksbürgermeisterin von Döhren-Wülfel, Frau Ranke-Heck, mit Mann vorbei. Nach ein paar netten Worten ehrte sie zusammen mit Andreas Pingel Jürgen Hartmann, der den Austausch der Kanuvereine viele Jahre koordiniert hatte. Jürgen gab einen kurzen Rückblick in die Anfänge der Partnerschaft in den 70er Jahren.